Ghost in the Shell – Review

Scarlett Johansson ist zurück! Und wie in Under the Skin zeigt sie auch diesmal viel nackte Haut, wenn auch nicht immer ihre eigene. Stattdessen rennt, springt und schießt sie sich als Major im hautengen Kampfanzug durch die Realverfilmung des gleichnamigen Mangas von 1989 und gibt 3D-Fans einen guten Grund, um 16€ für einen Kinobesuch auszugeben.

Was bei Bioshock noch durch Genveränderung (das sogenannte splicen) möglich wurde, erledigt man in der nahen Zukunft offenbar durch kybernetische „Verbesserungen“ am menschlichen Körper. Die Grunddevise: Alles, was man sich ausdenken kann, ist auch möglich. Eine neue synthetische Leber, um in der Bar auch immer noch die allerletzte Runde mitzunehmen – check! Elektronische Linsen mit Zoom- und Röntgenfunktion – done that! Monströse Ausmaße nehmen diese Veränderungen in beiden Fällen an – die sozialkritische Grundaussage ist bei Ghost in the Shell dabei sorgfältig in actiongeladene 107 Minuten gehüllt, wobei es besonders auch die ruhigen, melancholischen Szenen sind, die die Story um Mensch und Maschine so sehenswert machen. 

Und irgendwie hat man da als Cineast das Gefühl, man würde mit Filmzitaten geradezu bombardiert: Eine Katze läuft durch das Bild, wo eigentlich keine Katze sein sollte – ein Fehler in der Matrix? Nein, es ist eine „Fehlfunktion“, genauso wie das kleine Häuschen, das an verschiedenen Stellen unerwartet auftaucht und unter Flimmern einzelner Pixel wieder verschwindet. Als Major in die Software eines stillgelegten Geisha-Bot (und hallo – wer denkt da nicht sofort an Robogeisha und das absurde Waffenarsenal dieses unfassbaren Trash-Streifens?!) eindringen muss, um Hinweise auf den Hacker zu suchen, erinnern sowohl das Grundkonzept als auch die Räumlichkeiten an The Cell, in dem Jennifer-Jenny-from-the-block-Lopez in die Psyche eines Sexualstraftäters eindringen muss, um dessen letztes Opfer (möglichst noch lebendig) ausfindig zu machen. Und oh Wunder: In beiden Fällen ist das keine ganz ungefährliche Idee. Zuguterletzt geht es in Ghost in the Shell auch um Menschlichkeit, Perfektion und Isolation – zu sehen bekommen wir nicht nur den detaillierten Entstehungsprozess (inklusive zahlreicher Nahaufnahmen) von Majors künstlichem Körper, sondern auch ihre regelmäßige „Wartung“. Fast wie in Almodóvars Die Haut in der ich wohne lebt Major zurückgezogen und unter der ständigen Pflege ihrer Schöpferin, wobei sie genau diese permanente Weiterentwicklung mehr und mehr von den anderen Menschen entfernt und die Disharmonie zwischen ihrem Ghost und ihrer Shell unaufhaltsam vergrößert

Dem Film hätten noch mehr jener bedeutungsschwangeren Szenen nicht geschadet – im Gegenteil. Ein optischer (und dank Clint Mansell auch akustischer) Genuss ist Ghost in the Shell dennoch allemal. Und wer sich noch nie mit unserem Verlust der Menschlichkeit durch den technologischen Fortschritt und mit unserer Welt der Vernichtungswaffen beschäftigt hat, sollte dringend zu Anders‘ offenen Briefen Wir Eichmannsöhne greifen. 

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Review: Lego Batman

Oder: Frag deine Nerd Freunde.

“Black. All important movies start with a black screen.” Recht hat er, der kleine Lego-Batman mit der übertrieben tiefen, dröhnenden Synchronstimme von David Nathan (deren Imitation wir aus den geliebten Big-Bang-Episoden kennen). Meta-Fiktion scheint das Zauberwort zu sein, denn nichts ist aktuell noch mehr en vogue als sich selbst auf den Arm zu nehmen. So scheut Warner Bros (Warum eigentlich nicht Warner Brothers?! #quote) nicht davor zurück, die Logos am Anfang durch die Stimme aus dem Off gehörig hinterfragen und im Folgenden Voldemort, Sauron, die Gremlins und britische Roboter (das bunt gemischte Ensemble an gemeinen Rivalen erinnert fast ein bisschen an den Mix von Horrorfiguren aus The Cabin in the Woods – nur eben in niedlich und ohne Blut…) neben dem Joker kämpfen zu lassen. Dabei finden wir nicht nur heraus, dass Batman Angst vor Schlangenclowns hat (ich hätte ja eher auf Fledermäuse oder eben auf Fledermausclowns gewettet, aber ok) und dass Voldemorts mächtigster Zauberspruch offensichtlich Wingardium Leviosa ist (aber bitte auf die Aussprache achten, es heißt nämlich nicht Wingardium Leviosá! #Hermione), sondern uns wird auch bestätigt, was viele Kenner der unsäglichen Serie aus den 60er Jahren bereits wussten: Das Batman Shark Repellent Spray ist völlig nutzlos! 

Eine Moral gibt es natürlich auch – und so lernt Batman am Ende, dass aus großer Macht auch große Verantwortung folgt… oder Moment, begehe ich hier eine Comic-interne Todsünde und bringe eine Portion Marvel in das DC-Universum? 

Kurzum: Der Mix funktioniert für Kinder, Väter, Nerds und solche, die es noch werden wollen. Einziger Kritikpunkt: Der Joker bleibt in seiner Darstellung (besonders durch seine Synchronstimme) leider ein wenig blass und erinnert zu wenig an einen verrückten Superschurken, um eben jene Rolle im Film zu bekleiden. 
Und wer es noch nicht kennt, schaut sich den legendären Kampf zwischen Batman und Hai hier an: Shark vs Bat