Lass mich dein Sklave sein

Es ist mit Sicherheit Kein Liebeslied oder Songs für Liam. Und man hört auch keine Schüsse in die Luft. Macht aber nix – ich bin definitiv Fan von dir

Kraftklub legen mit dem aktuellen Song Sklave den Finger in die Wunde des gestressten Durchschnitts-Jobbers und würzen die Gesellschaftskritik ein bisschen mit musikalischen Verweisen zu den Ärzten (wer hat die säuselnden Erläuterungen der weiblichen Domina nicht direkt im Ohr?) und Bronski Beat (feinster Synth-Pop à la American Psycho oder Schweigen der Lämmer). Denn was tun wir heutzutage schon? Schlafen (eher zu wenig), Weckerklingeln, eine schnelle Tasse Kaffee auf dem Weg zur Arbeit (Warten auf To-Go #Känguru), die Papierberge im Büro erklimmen, vom Chef eine neue – viel längere – Aufgabenliste auf den Tisch gelegt bekommen, kurz verzweifeln, nach Hause fahren und unterwegs die nötigsten Besorgungen des Tages machen, während man über das Smartphone noch die letzten Emails von der Arbeit beantwortet, essen, den Fernseher anmachen und auf der Couch einschlafen. Wie gut geölte Maschinen, alle im Gleichschritt, aber jeder für sich. Weil man Geld verdienen muss, die Rechnungen wollen bezahlt werden, die überteuerte Miete für die Einzimmerwohnung im angesagten Szeneviertel mit der veganen Eisdiele und dem Frittenwerk, das die berühmten Süßkartoffelpommes verkauft. Wo man aber nach Feierabend nur noch kurz hingeht, um sich in die kilometerlange Warteschlange einzureihen und anschließend ein Foto vom Essen für Facebook zu machen. Dabei singt doch Tim Bendzko Ich bin keine Maschine. Wären wir Maschinen, könnten wir alle diese Bälle ohne Probleme gleichzeitig in der Luft halten, dann würde uns weder das permanente Gefiepse des Handys stören, noch unser trüber Blick, der am erleuchteten Display mit den 20 offenen Chatfenstern und Instagram-Posts klebt. Aber die meisten stört es auch gar nicht – zumindest nicht vor dem Burn-Out, der Depression, dem Alkoholproblem.

Drum singen wir jeden Tag auf’s Neue zusammen mit Kraftklub: „Reiß die Kleider vom Leib, sieh mich an – alles dein.“ Und meinen eben nicht die Frau/den Mann unserer Begierde, sondern unseren Job, unseren Konsum, unser Smartphone. 

All work and no play makes Jack a dull boy. 

All work and no play makes Jack a dull boy. 

All work and no play makes Jack a dull boy. 

All work and no Play makes Jack a dull boy. 

All work and no play makes Jack a dull boy. 

All work and no play makes Jaca dyll boy. 

All work and NO play makes Jack a dull boy. 

All work and no play makes JAC a dull boy.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s