Heart/less 

„I put a hand on my chest, over my heart. My ‚heart’. Does that pitiful organ still represent anything? It lies motionless in my chest, pumping no blood, serving no purpose, and yet my feelings still seem to originate inside its cold walls. My muted sadness, my vague longing, my rare flickers of joy. They pool in the center of my chest and seep out from there, diluted and faint, but real.“ (Isaac Marion: Warm Bodies
 

Wie heißt es noch so schön im Roman Warm Bodies von Isaac Marion? „I am dead, but it’s not so bad. I’ve learned to live with it.“ Und genau so bewegen wir uns auch durch die Welt – tot. Wie die Zombies, mit denen R durch die Straßen streunt, unfähig mehr als undeutliche Laute über die verrotteten Lippen zu bringen, geschweige denn miteinander zu kommunizieren. Namenlos, ziellos. Getrieben nur vom Hunger, den man dennoch nie wirklich stillen kann, der immer eine größere Leere hinterlässt.

Und was wünschen wir uns eigentlich? Einen festen Job, geregeltes Einkommen? Das neuste Smartphone? Urlaub in der Karibik? Sicherheit? Gesundheit? Klar – all das lässt uns überleben. Aber erfüllt es uns? Würde es nicht ab und an schon reichen, einfach auf dem Boden zu sitzen und Musik zu hören?

Und plötzlich trifft man in all dieser Kargheit auf etwas Lebendiges, auf Erinnerungen, auf Emotionen, auf Musik. Und auf Augen, die einen Blick erwidern statt ins Leere zu starren. Auf Ohren, die die Violinen ab Sekunde 39 nicht nur hören, sondern sie fühlen.

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Ein Pfeifen in der Menge 

Ganz leise dringt es zu mir durch, bahnt sich den Weg durch die Menschenmassen – vorbei an plärrenden Kindern, deren entnervten Eltern und zahlreichen pubertierenden Teenagern. Und so plötzlich es aufgetaucht ist, so schlagartig verstummt es auch wieder für eine Minute. Dann – erneut dieses Geräusch. Ich stehe auf, die Ohren gespitzt, der Blick wandert suchend durch die Menge. Es sind nur einige wenige Töne, aber ich kenne sie. Die kurze Melodie wiederholt sich und da fällt es mir schlagartig ein – es ist die Melodie vom Mockingjay, irgendjemand in diesem Foyer pfeift die Töne der Revolution! 

Und auch wenn sich der Urheber des Pfeifens vor meinen Blicken versteckt hat: Dieses akustische Zitat hat meinen Tag ein wenig bereichert, danke hierfür.

May the odds be ever in your favour!