Am Anfang war das Wort

Es beginnt immer mit Worten. Wie eine Schneelawine können sie ganze Berge zum Einsturz bringen. Oder ein Universum errichten.

Es beginnt immer mit Worten. Und in einer Gesellschaft, die so viel mehr Zeit vor dem sanften, schützenden Displaylicht als von Angesicht zu Angesicht verbringt, sind sie ein noch viel mächtigeres Werkzeug. Im virtuellen Raum existieren sie ewig, jederzeit nachzulesen, ihre ursprüngliche Wirkung entfaltet sich dabei jedes Mal auf’s Neue – bis der Chatverlauf gelöscht wird. Und selbst dann bleiben die Worte im Gedächtnis, wo sie sich einnisten. Entweder als glühende Idee oder als Parasit, der die Gedanken vergiftet. Mit viel Glück können wir ihren ursprünglichen Sinn ohne Missverständnisse vermitteln. Oder – mit noch mehr Glück – nachträglich gerade biegen, um nicht allzu viel Schaden anzurichten.

Doch ein einziger Satz zur falschen Zeit und der Augenblick ist ruiniert. Ein Risiko, das wir immer eingehen, wenn wir kommunizieren, wenn wir eine Brücke zu einem anderen Menschen errichten wollen. Viele Stolpersteine legen wir uns selbst in den Weg, viele werden uns durch Apps, die Flüchtigkeit des Wortes und die permanente Erreichbarkeit im Alltag in den Weg gelegt.

Dabei beginnt es immer mit Worten. 

Und es beginnt jetzt.

The Night we met

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