Am Anfang war das Wort

Es beginnt immer mit Worten. Wie eine Schneelawine können sie ganze Berge zum Einsturz bringen. Oder ein Universum errichten.

Es beginnt immer mit Worten. Und in einer Gesellschaft, die so viel mehr Zeit vor dem sanften, schützenden Displaylicht als von Angesicht zu Angesicht verbringt, sind sie ein noch viel mächtigeres Werkzeug. Im virtuellen Raum existieren sie ewig, jederzeit nachzulesen, ihre ursprüngliche Wirkung entfaltet sich dabei jedes Mal auf’s Neue – bis der Chatverlauf gelöscht wird. Und selbst dann bleiben die Worte im Gedächtnis, wo sie sich einnisten. Entweder als glühende Idee oder als Parasit, der die Gedanken vergiftet. Mit viel Glück können wir ihren ursprünglichen Sinn ohne Missverständnisse vermitteln. Oder – mit noch mehr Glück – nachträglich gerade biegen, um nicht allzu viel Schaden anzurichten.

Doch ein einziger Satz zur falschen Zeit und der Augenblick ist ruiniert. Ein Risiko, das wir immer eingehen, wenn wir kommunizieren, wenn wir eine Brücke zu einem anderen Menschen errichten wollen. Viele Stolpersteine legen wir uns selbst in den Weg, viele werden uns durch Apps, die Flüchtigkeit des Wortes und die permanente Erreichbarkeit im Alltag in den Weg gelegt.

Dabei beginnt es immer mit Worten. 

Und es beginnt jetzt.

The Night we met

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#BeMoreTerry

As been announced on Terry Pratchett’s facebook page, today would be his 69th birthday and fans are asked to participate in a project that is called Be More Terry.

So to celebrate this genius writer the world has already lost, here is my collection of brilliant quotes (from his novels).

Be more Terry, be brave, be different, be a writer mastermind, wear a sophisticated hat.

„Open your eyes and then open your eyes again.“ – The Wee Free Men

„Death isn’t cruel – merely terribly, terribly good at his job.” – Sourcery

„Inside every old person is a young person wondering what happened.“ – Moving Pictures

„You can’t go around building a better world for people. Only people can build a better world for people. Otherwise it’s just a cage.“ – Witches Abroad

„Time is like a drug. Too much of it kills you.“ – Small Gods

„Getting an education was a bit like a communicable sexual disease. It made you unsuitable for a lot of jobs and then you had the urge to pass it on.“ – Hogfather

„Some humans would do anything to see if it was possible to do it. If you put a large switch in some cave somewhere, with a sign on it saying ‘End-of-the-World Switch. PLEASE DO NOT TOUCH’, the paint wouldn’t even have time to dry.“ – The Truth

„Always remember that the crowd that applauds your coronation is the same crowd that will applaud your beheading. People like a show.“ – Going Postal

„The truth may be out there, but the lies are inside your head.“ – Hogfather

„In ancient times cats were worshipped as gods. They have not forgotten this.“

„Most of the great triumphs and tragedies of history are caused not by people being fundamentally good or fundamentally evil, but by people being fundamentally people.“ – Good Omens

„Human beings make life so interesting. Do you know, that in a universe so full of wonders, they have managed to invent boredom.“ – Hogfather

„The whole of life is just like watching a film. Only it’s as though you always get in ten minutes after the big picture has started, and no-one will tell you the plot, so you have to work it out all yourself from the clues.“ – Moving Pictures

„If you don’t turn your life into a story, you just become a part of someone else’s story.“

„I commend my soul to any God that can find it.“ – Going Postal

„So much universe, and so little time.“

Ghost in the Shell – Review

Scarlett Johansson ist zurück! Und wie in Under the Skin zeigt sie auch diesmal viel nackte Haut, wenn auch nicht immer ihre eigene. Stattdessen rennt, springt und schießt sie sich als Major im hautengen Kampfanzug durch die Realverfilmung des gleichnamigen Mangas von 1989 und gibt 3D-Fans einen guten Grund, um 16€ für einen Kinobesuch auszugeben.

Was bei Bioshock noch durch Genveränderung (das sogenannte splicen) möglich wurde, erledigt man in der nahen Zukunft offenbar durch kybernetische „Verbesserungen“ am menschlichen Körper. Die Grunddevise: Alles, was man sich ausdenken kann, ist auch möglich. Eine neue synthetische Leber, um in der Bar auch immer noch die allerletzte Runde mitzunehmen – check! Elektronische Linsen mit Zoom- und Röntgenfunktion – done that! Monströse Ausmaße nehmen diese Veränderungen in beiden Fällen an – die sozialkritische Grundaussage ist bei Ghost in the Shell dabei sorgfältig in actiongeladene 107 Minuten gehüllt, wobei es besonders auch die ruhigen, melancholischen Szenen sind, die die Story um Mensch und Maschine so sehenswert machen. 

Und irgendwie hat man da als Cineast das Gefühl, man würde mit Filmzitaten geradezu bombardiert: Eine Katze läuft durch das Bild, wo eigentlich keine Katze sein sollte – ein Fehler in der Matrix? Nein, es ist eine „Fehlfunktion“, genauso wie das kleine Häuschen, das an verschiedenen Stellen unerwartet auftaucht und unter Flimmern einzelner Pixel wieder verschwindet. Als Major in die Software eines stillgelegten Geisha-Bot (und hallo – wer denkt da nicht sofort an Robogeisha und das absurde Waffenarsenal dieses unfassbaren Trash-Streifens?!) eindringen muss, um Hinweise auf den Hacker zu suchen, erinnern sowohl das Grundkonzept als auch die Räumlichkeiten an The Cell, in dem Jennifer-Jenny-from-the-block-Lopez in die Psyche eines Sexualstraftäters eindringen muss, um dessen letztes Opfer (möglichst noch lebendig) ausfindig zu machen. Und oh Wunder: In beiden Fällen ist das keine ganz ungefährliche Idee. Zuguterletzt geht es in Ghost in the Shell auch um Menschlichkeit, Perfektion und Isolation – zu sehen bekommen wir nicht nur den detaillierten Entstehungsprozess (inklusive zahlreicher Nahaufnahmen) von Majors künstlichem Körper, sondern auch ihre regelmäßige „Wartung“. Fast wie in Almodóvars Die Haut in der ich wohne lebt Major zurückgezogen und unter der ständigen Pflege ihrer Schöpferin, wobei sie genau diese permanente Weiterentwicklung mehr und mehr von den anderen Menschen entfernt und die Disharmonie zwischen ihrem Ghost und ihrer Shell unaufhaltsam vergrößert

Dem Film hätten noch mehr jener bedeutungsschwangeren Szenen nicht geschadet – im Gegenteil. Ein optischer (und dank Clint Mansell auch akustischer) Genuss ist Ghost in the Shell dennoch allemal. Und wer sich noch nie mit unserem Verlust der Menschlichkeit durch den technologischen Fortschritt und mit unserer Welt der Vernichtungswaffen beschäftigt hat, sollte dringend zu Anders‘ offenen Briefen Wir Eichmannsöhne greifen.